unterwegs

bergemensch am 30. April 2009 um 10:04

So sollte man es machen: Nach 10 Jahren den Job kündigen und nochmal Träumen nachhängen. Ben hat es gemacht. In Australien beginnt seine Rucksack-Reise und vielleicht sehen wir ja auch noch Neuseeland-Bilder. Und das mindestens 4 Monate lang. Bin echt auf seine Berichte gespannt.

Überlass dem Herrn die Führung deines Lebens und vertraue auf ihn, er wird es richtig machen.

Psalm 37,5 (Neues Leben)

Geschafft

Matthias am 22. April 2009 um 18:18

Seid gestern nachmittag habe ich meine Hausarbeit zum ETP fertig. Einige haben gefragt, was den bei der Umfrage rausgekommen ist. – Viele Stunden Kopfschmerzen! Ich fand es ziemlich herausfordernd diese “qualitative” Forschung zu machen. Hatte ich mir gesamt etwas überschaubarer vorgestellt. Im Rahmen einer Kontextanalyse (Kontext=Märkisches Viertel) wollte ich herausfinden welche Beobachtungen bzw. welche Wahrnehmung, langjährige Bewohner des Viertels von der Kirche hier vor Ort haben. Ist Kirche lebensrelevant, wenn sie den Menschen begegnet? So Fragen und mehr galt es zu kanalisieren und mit den Interviews zu beantworten. So und hier mein Schlusswort:

Der Forschungsprozess verdeutlichte mir, als Forscher, dass Kirche immer noch eine sozialräumlich integrative Rolle zugeschrieben wird. Im weiteren Nachdenken über ganzheitlichen Gemeindebau dient dieser Ansatz sicherlich als Grundlage für weitere Studien. Als Forschungsfrage steht im Raum, wie kann eine Ortsgemeinde ihre sozialräumlich integrative Rolle im Horizont ihrer Lage in einer Großsiedlung mit ihren spezifischen Problemlagen füllen.

Alles klar? – Das für mich interessante war, zu erfahren und neu bewusst gemacht zu bekommen, dass die Menschen Kirche wirklich gut beobachten. Sie wollen informiert sein und sind durchaus bereit Angebote anzunehmen. Kirche wird zugeschrieben, dass sie für die Nöte der Menschen da sein soll, weil sie nicht aus Profitgier handelt, sondern so wird ihr unterstellt aus Nächstenliebe. Das Ergebnis ist für mich eine klarere Forschungsfrage. Nicht mehr und nicht weniger.

Schlimme Assoziationen

Matthias am 20. April 2009 um 08:21

Nachdem ich die Predigt von Blogger maggi verpasste, erlangte mich selbiges Schicksal zu der Predigt von Blogger Haso. Ich habe mich in Hannover rumgetrieben, das ist so ein Prenzl’berg für noch reichere in Niedersachsen. Bin dann auch noch Pate geworden, zum siebten? mal. Kann jetzt eine kleine Mafia gründen. Der Segnungsgottesdienst fand in einer charismatischen Freikirche statt. Hab ja grundsätzlich keine Schwierigkeiten damit: Aber wer ‘in Drei Gottes Namen’ kann mir erklären waren 40Jährige (schwarzer Lackschuh, schwarze Jeans, kurzärmeliges weißes Hemd, Doppelripp drunter, Vollbart und Igelfrisur) mit einer 1,5mx1,5m großen gold-silbernen Fahne, wie ein Känguru durch den Gottesdienstsaal springt, vor dem Kreuz stehen bleibt, weit schwenkende Bewegungen macht und das über mehrere Minuten. Ich bin verwirrt.

Nachmittags im Hannover-Zoo. Ich liebe den Berliner Zoo, weniger Prenzl, breitere Wege und Käfige in denen man die natürlich lebenden Tiere wenigstens sehen kann. Hannover-Zoo, viel Prenzl, schmale Wege, tolle angelegte Gehege -nur leider sieht man die Tiere nicht. Es war Stress pur. Die Patenkindmutter ist übrigens Oberfeldwebel mit Sprung zum Hauptfeldwebel in der Landesverteidigung eingesetzt. Ich hatte schon einige Probleme das Tempo zu halten.

Nebenbei ein Gedanke, bei sovielen Kugelbäuschen mit Riesensonnenbrillen auf dem Hirn. Thaddäus wäre ein super Prenzlkindvorname. Abends im Zug, Großraumabteil: Vor uns der vollkommen entspannte Vater, ca. 42 Jahre alt leichter Glatzenansatz. Zwei Kinder, blond, hübsch mit Zopf (sie), er Prinz-Eisenherz-Frisur ca. 1,20m, tolles Kind. Ich mein, man kann auf den Sitzlehnen rumturnen, muss man aber nicht. Man kann Erwachsene blöd anquatschen, man muss es aber nicht. Und eigentlich brauche ich auch keinen klebrigen Lutscher von anderen Leut Kindern im Haar. Kurz vor Berlin-Spandau (Warum muss man sich dafür zwei Stunden Zeit lassen): “Thaddäus, kannst du bitte mal damit aufhören.” – Ist das geil, das heißt echt so wie in meinen schlimmsten Assoziationen am Nachmittag.

Na dann!

Idylle

bergemensch am 13. April 2009 um 21:25

Ich wollte nur mal ein paar Impressionen aus der Kleingartenidylle ins weite Netz bringen.
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1. Früh übt sich., 2. Kirsche, 3. schwarzäugige susanne, 4. Pflaume, 5. ginster, 6. Kirsche, 7. Hyazinthe, 8. Kirsche, 9. Ranunkel, 10. Mandelbäumchen, 11. Gänseblümchen, 12. Kirsche

Take me down to the paradise city
Where the grass is green
And the girls are pretty
Take me home

Gun`s  `n` Roses – Paradise City

Abendschau

Matthias am 13. April 2009 um 07:18

Was tun am Ostersonntagabend nach einem herrlichen Tag im Garten? Wie wär’s mit einer öffentlichen Rundreise in Berliner Kliniken. Geschätzte Dauer von Beginn an 248 Minuten. Hier die Zusammenfassung in schönsten Arztsprech:

Vorgeschichte: Heute ca. 18.00 Uhr mit Playmobil-Schwert im linken Ohr manipuliert, gefallen, dannach Ohrenschmerzen (…)

Therapie: Öberflächliche TF-Verletzung, TF-intakt, keine weiteren Maßnahmen z.Zt. erforderlich. Wiederholung vermeiden.

Na dann, schöne Ostern noch

Faszination Sprache

Matthias am 9. April 2009 um 08:04

Sitze gerade über der Transskription meiner Interviews und staune über das schlichte deutsch meiner Sätze. Habe dazu einen Favoriten ausgewählt:

Ok. Aber das, ok, aber das ist genau.

Hm, welche Aussage mache ich wohl damit. Ist das empirisch wichtig? – Ansonsten bin ich positiv überrascht, dass tatsächlich gewisse empirische Aussagen getroffen werden können.
Eine andere erstaunliche Tatsache erlebte ich in einem Interview. Mein Gegenüber hatte ich innerlich zu dem Milieu der Kosum-Materialisten gesteckt. In seinem Interviewaussagen spiegelte er fast 1zu1 den Umgang mit Religion wieder, den er von der Milieuforschung unterstellt bekommt. Faszinierend.

Am Rande

Matthias am 26. März 2009 um 20:14

Zurück im Glück. Die letzte Zeit bin ich in der Versenkung verschwunden um mich selbst zu finden, oder so!? War kurz im Nirwana – da war nichts los – bin jetzt wieder da. Mich hält ‘durativ’ der stümperhafte Versuch einer empirischen Forschung in Atem. Mit Interviews versuche ich herauszufinden, wie Menschen in unserem Kiez Kirche wahrnehmen bzw. ob sie überhaupt wahrgenommen wird. Leider darf man nicht so einfach loslegen, sondern muss den kompletten Empirisch-theologischen Praxiszyklus (ETP) von Dr. Faix durchdenken. Mein Gehirn fühlt sich dabei an wie gegrillt, dabei ist die Grillsaison noch nicht eröffnet. Vielleicht in Texas (US), aber nicht hier.

Darüber hinaus hatte ich ein sehr spezielles und für mich lesenswertes Buch in der Hand. Eine Aufsatzsammlung von Hartmut Häußermann (Hg.), Berliner Stadtsoziologe. “An den Rändern der Städte” beschreibt Wohnquartiere, in denen sich die Verlierer des ökonomischen Wandels sammeln, zu Orten der Ausgrenzung (Exklusion) werden. Verglichen werden dabei u.a. Europäische Armutsgebiete mit US-Amerikanischen. Politische, ökonomische und ethische Unterschiede werden benannt. Gelernt habe ich, dass ein unreflektiertes benutzen des Begriffs ‘Unterschicht/-klasse’ die Gefahr birgt, nordamerikanische Leitbilder in europäische sozialstaatliche Politik zu übertragen. Nachdenkenswert finde ich die Beobachtung, dass sich Armutsquartiere verfestigen und ganze Bevölkerungsgruppen von unserer Gesellschaft anscheinend nicht mehr gebraucht werden. In den gelesenen soziologischen Aufsätzen klingt eine gewisse Machtlosigkeit, trotz genannter Handlungsmöglichkeiten, gegenüber den Entwicklungen an.

piep piep

bergemensch am 16. März 2009 um 22:38

Also, nach reiflicher Überlegung bin ich doch unter die Zwitscher-Köppe gegangen und werde es testen. Wer nicht auch Mitglied werden will, kann dem Schmarrn ja in der Sidebar folgen. (Ja – man muss scrollen.)

Nestled
In your wings my little one
This special
Morning brings another sun
Tomorrow
See the things
That never come
Today

Neil Young – Birds

Latte-Art

bergemensch am 14. März 2009 um 19:44

Gerade ließ ich mir einen Kaffe bringen und was muss ich sehen? Ein Latte-Art der besonderen Art. Hergestellt in meiner Küche. Grandios! Fantastico!

img_59521

the girl’s got family
she needs cash to buy aspirin for her pain,
everybody’s good enough for some change

Live – Waitress

was gesagt werden muß

bergemensch am 27. Februar 2009 um 18:21

Irgendwie erwarten es ja jetzt alle, also werde ich mich jetzt mal zum neuen U2-Album äußern. Seit ca 14.30 Uhr halte ich nun das  limitierte Box-Set in den Händen (nein, nicht dauerhaft.). Sehr schöne Aufmachung und einiges an Inhalt (Buch, Anton Corbijn-Film (mit fast allen Liedern des Albums außer “I`llgo crazy….” dafür aber mit Bonus-Track “Winter”, die iTunes Deluxe-Version hat einen anderen Bonustrack.), Poster und der schicken Digipack-Ausgabe des Albums).

Aber nun zur Musik, die leider bei den meisten Rezensionen zu kurz kommt und man sich darauf beschränkt sich über Bono als Weltverbesserer und Prediger aufzuregen. Als Gesamteindruck lässt sich schonmal sagen, das es eine der besten Platten der Band ist und “All that you can`t leave behind” und “How to dismantle an atomic bomb” klar abhängt. Aber spielt sie in einer Liga, wie “Achtung Baby”, “The Joshua Tree” oder “Pop”? Für mich nicht ganz. Es lässt sich irgendwie doch sehr mit “The Unforgettable Fire” vergleichen, welche damals den Weg bereitete von “War” zu “The Joshua Tree”. “No line on the horizon” ist ein athmosphärisch ähnlich dichtes Album und wie damals eher ein Gesamtkunstwerk als bloße Aneinanderreihung von ein paar Songs (wie es auf den letzten beiden Alben den Anschein hatte.). Brian Eno`s Einflüße werden auch hier wieder sehr deutlich und ein Review auf u2tour.de behauptet “Achtung Baby” trifft “Passengers 2.0″, was es auch gut trifft.

Meine Lieblingssongs sind “Moment of Surrender” und “Stand Up Comedy”. Der meiner Meinung nach “schlechteste” (hört sich so schlimm an, der Song der mir am wenigsten gefällt.) ist ” I´ll go crazy if I don´t go crazy tonight”. Er ist eine nette Überleitung zu “Get on your boots”, musikalisch auch gut gemacht, aber er unterhält mich irgendwie nicht, sondern lädt zum Weiterskippen ein. Der Rest hat einen guten Flow und unterhält mich sehr gut. Jeder Song hat etwas für sich und trägt auch was zur Gesamtheit des Albums bei.

Mit den Texten muss ich mich noch tiefer beschäftigen, da ich bei manchen doch Übersetzungsarbeit leisten muss, da sich mir manche Sachen auch nicht sofort erschließen. (Falls jemand Langeweile hat, kann er sich gerne den Texten widmen und sie mal übersetzen. Freut bestimmt auch den Matthias.)

At the moment of surrender
I folded to my knees
I did not notice the passers-by
And they did not notice me

U2 – Moment of Surrender