Am Rande
Zurück im Glück. Die letzte Zeit bin ich in der Versenkung verschwunden um mich selbst zu finden, oder so!? War kurz im Nirwana – da war nichts los – bin jetzt wieder da. Mich hält ‘durativ’ der stümperhafte Versuch einer empirischen Forschung in Atem. Mit Interviews versuche ich herauszufinden, wie Menschen in unserem Kiez Kirche wahrnehmen bzw. ob sie überhaupt wahrgenommen wird. Leider darf man nicht so einfach loslegen, sondern muss den kompletten Empirisch-theologischen Praxiszyklus (ETP) von Dr. Faix durchdenken. Mein Gehirn fühlt sich dabei an wie gegrillt, dabei ist die Grillsaison noch nicht eröffnet. Vielleicht in Texas (US), aber nicht hier.
Darüber hinaus hatte ich ein sehr spezielles und für mich lesenswertes Buch in der Hand. Eine Aufsatzsammlung von Hartmut Häußermann (Hg.), Berliner Stadtsoziologe. “An den Rändern der Städte” beschreibt Wohnquartiere, in denen sich die Verlierer des ökonomischen Wandels sammeln, zu Orten der Ausgrenzung (Exklusion) werden. Verglichen werden dabei u.a. Europäische Armutsgebiete mit US-Amerikanischen. Politische, ökonomische und ethische Unterschiede werden benannt. Gelernt habe ich, dass ein unreflektiertes benutzen des Begriffs ‘Unterschicht/-klasse’ die Gefahr birgt, nordamerikanische Leitbilder in europäische sozialstaatliche Politik zu übertragen. Nachdenkenswert finde ich die Beobachtung, dass sich Armutsquartiere verfestigen und ganze Bevölkerungsgruppen von unserer Gesellschaft anscheinend nicht mehr gebraucht werden. In den gelesenen soziologischen Aufsätzen klingt eine gewisse Machtlosigkeit, trotz genannter Handlungsmöglichkeiten, gegenüber den Entwicklungen an.
am 26. März 2009 um 21:41 Uhr.
Wirst Du Dein Umfragergebnis veröffentlichen?
am 27. März 2009 um 06:07 Uhr.
Komplett sicher nicht. Wenn mir etwas besonderes auffällt worüber ich mir Gedanken mache, werde ich das sicherlich mal bloggen.
Ich bin ja noch am üben und dementsprechend aufgeregt, ob auf diesem Wege tatsächlich ein Ergebnis zu finden ist.
am 27. März 2009 um 10:18 Uhr.
Das ist Teil der Transformationssache in MR, oder? Bin da ja sehr interessiert…
am 27. März 2009 um 10:25 Uhr.
@Ilona: Die empirische Forschung ist Teil der Transformationssache. Das Buch nicht explizit.
am 1. April 2009 um 12:09 Uhr.
Hallo Matthias, hatte gerade spontan mal Lust, einen Blick in dein Blog zu werfen und sehe mich schon gleich befähigt, einen wertvollen ;o) Kommentar zum Themenkomplex “Empirie und ‘Unterschicht’” in Form eines Verweises abzugeben: http://www.youtube.com/watch?v=ZAUwJK2odE0
Ist m.E. nicht nur schräg, sondern auch in mancherlei Hinsicht denkwürdig, was z.B. Vorurteile, Aufbau von Feindbildern, eingefahrene Denkstrukturen, Neid oder auch Kommunikation betrifft.
Nebenbei wirft das bei mir auch gleich die Frage auf, inwieweit die Form eines Interviews (Formular, Notizblock, Mikrofon und oder Kamera), das Erscheinungsbild des Fragenstellers wie auch die Formulierung der Fragen einen Einfluss auf die gegebenen Antworten und damit auf das Ergebnis der empirischen Untersuchung haben.
am 1. April 2009 um 20:54 Uhr.
@Henrik: Danke für den wertvollen Beitrag und den netten Link. Natürlich ist es berechtigt zu fragen, welchen Einfluss Interviewer, Fragestellung etc. auf das Ergebniss einer empirischen Untersuchung haben. Nun, ich stehe wirklich am Anfang mich in dieses Thema einzuarbeiten und hoffe jetzt nichts dummes zu schreiben. Aber, genau aus diesem Grund, weil wir Forschungsgegenstand und Forscher nicht voneinander trennen können, ist es wichtig zu Beginn einer empirischen Untersuchung, sowohl das eigene theoretische und persönliche Vorwissen, die eigene Rolle im Feld und das Forschungsfeld selber kritisch zu reflektieren. Unter anderem werden Begriffe in den Fragestellungen auf ihre Wirkung und auf ihre jeweilige Bedeutung im Feld untersucht und so weiter. Wichtig ist auch die Zielfrage der Untersuchung. Ist diese unklar, können Fragen auch nicht die richtigen Antworten bekommen. …
am 2. April 2009 um 17:07 Uhr.
… und wenn wir schon dabei sind: wo führst du denn deine interviews durch? wechselnde orte? gehst du auch zu den leuten nach hause? könnte ja sein, dass die couchpotatoes, die du auf der straße nie triffst ein ganz anderes bild haben, etc.
ich finde es auf jeden fall prima, dass du dich so an die sache rantraust und dich nicht von der bösen statistik schrecken lässt.
zusätzlich: ich darf ja des öfteren den leuten beim empirisch arbeiten zugucken. die wenigsten sachen die da veröffentlich werden (nicht über statistik, aber ebendiese benutzend) sind nicht wirklich sauber gearbeitet. also nicht beunruhigen lassen!
am 22. April 2009 um 18:21 Uhr.
[...] gestern nachmittag habe ich meine Hausarbeit zum ETP fertig. Einige haben gefragt, was den bei der Umfrage rausgekommen ist. – Viele Stunden [...]