222 Tage
Nach längerer Blogabstinenz nutze ich die frühen Morgenstunden dieses Tages um mich wieder worldwide zu verewigen. Durch irgendetwas, ich kann es nicht genau festlegen, wurde ich daran erinnert, dass ich für 2008 gute Vorsätze hatte. Nachzulesen sind sie hier: New Year’s Day. Die 222 Tage Bilanz sieht wie folgt aus:
- 10 Kilo abnehmen bis März. Ich verkündige mal einen “Teilerfolg”. März war ja auch nur so hypotetisch dahin geschrieben. Das muss man ja nicht so genau nehmen. Es sind 4 Kilo bis August geworden mit. Ist doch auch schon mal was.
- Sport treiben. Ja, habe ich in diesem Jahr auch schon mal gemacht. Ich laufe regelmäßig ca. 1x monatlich zum Bäcker und zurück. Weil sonst der Kaffee kalt wird. Außerdem habe ich Schmerzen im Knie und Sprunggelenk. Dafür wurde mir eine hübsche graue Bandage verschrieben bekommen. Hilft aber nicht so viel.
- Englisch lernen. Nachdem ich in den ersten 5 Tagen 10 Sätze lesen konnte, habe ich mittlerweile 46 Seiten meines Buches geschafft. Und das grandiose ist, ich habe auch etwas verstanden! Fühle mich gut. Vielleicht wird es doch noch mal was mit Sprache. Wie heißt es aber so schön: “Mühsam nährt sich das Eichhörnchen” oder “Die Schlange schluckt auch manchmal ein Ei”. Man könnte auch sagen “Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn” oder “Selbst das Känguruh fühlt sich gebeutelt”. What ever – habe mich bei Cornelsen getestet. Komme auf A2 als Einstiegsniveau für einen Englischkurs. Das ist nicht viel.
- Nett werden. ich musste schon ziemlich schlucken über meine Bosheit. 12 Jahre böse, dass schüttelt man nicht so schnell ab. Vielleicht nach 13 Jahren. Ich übe noch: I love you all!
- Sich für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit einsetzten. Nun ich lese den Campact Newsletter, weil ich bei so einer Aktion gegen Genttechnik mitgemacht habe. Außerdem habe ich was gelesen über Soziale Gerechtigkeit.
- Spiritueller werden. Unplugged hatte ich leider nur Nirvana da, eignete sich nicht zum Chillout-Lounge-Lobpreis. Kerzen habe ich auch gekauft – für meinen Dreißigsten. Ich glaube 2008 wird für mich das unspirituellste Jahr seit langem, wenn sich nicht schleunigst was ändert.
Fazit: Es ist gar nicht so leicht ein erneuerter Mensch zu werden. Selbst die Kraftquelle der Spiritualität scheint keine bleibenden Veränderungen in mir hervor zurufen. Vielleicht sollte ich zur Erfolgssteigerung verbotene Substanzen einsetzen. Epo um Sportler des Jahres zu werden, Cannabis in rauen Mengen um spirituelle Erfahrungen zu haben und mit Love, Peace and Fröhlichkeit das Leben zu betrachen. Um nett zu werden könnte ich noch Kreide fressen. Das hat beim bösen Wolf auch funktioniert. Ja und um Englisch zu lernen müsste ich wohl üben, üben, üben.
In diesem Sinne – fröhliches Restejahr verwerten.