Zeit gehabt
Die Frage ist doch nicht: Was tun am Wochenende? Eher was tun, wenn alle Fußball gucken. Ja, ich oute mich – ICH GEHE SCHLAFEN AUCH WENN DEUTSCHLAND SPIELT!
Heute morgen meinte erst deine Gute zu mir, irgendetwas müsste an mir krank sein. Nein, an mir ist nichts krank. Ich habe nur keinen Spass daran 22 Männern beim Ball spielen zu zuschauen. Patriotismus hin oder her. Also lege ich mich ins Bett und schlafe. Versuche zu schlafen, denn es ist heiß und ich muss das Fenster offen haben. Mein Viertel tönt wie ein Stadion inklusive Ah, OH, spitze Schreie, Fanfare (Nachbarbalkon 15m Luftlinie zu meinem Schlafzimmer) und reichlich Böllern. Ist in diesem Land noch jemanden bewusst, dass Böller der Klasse 2 nur in der Silvesternacht abgefeuert werden dürfen. Interessiert das noch jemanden? Gut so war ich wenigsten über den Spielverlauf im Bilde.
Was tun in der Zeit. Ich habe gelesen. Für mich war es sehr interessant, U2s Bandgeschichte entsprichet in etwas meinem Lebensalter, zu entdecken, dass U2 thematisch eine Art Soundtrack zu den Dekaden meines Lebens veröffentlicht hat. Zum erstenmal wurde mir wirklich bewusst wie der kulturelle Umbruch von der Modernen zur Postmodernen mein Denken und mein Fragen mit geprägt hat. U2 thematisierte geistliche Fragen die mich beschäftigten und ganz ehrlich, hätte ich mich inhaltlich früher mit U2 beschäftigt, wäre ich schneller bei mir angekommen. Das will ich aber erstmal für mich sortieren und dann mal das eine oder andere zum Besten geben.
Zurück zum Fußball. Gestern Abend war ich tatsächlich innerlich berührt. Nachdem meine Kids durch Böller wach geworden sind, habe ich doch mal den Spielstand nach gesehen. Delling, Netzer und Beckenbauer waren im Gespräch. Beckenbauer verabschiedet sich und umarmt Netzer. Solch eine Herzlichkeit habe ich nicht erwartet. Nun mit diesem Knuddelmuddel gebe ich ab an Bergemensch.