Moltmann III

Das beschriebene Kapitel von Moltmann gefällt mir, weil ich mich seit einiger Zeit damit beschäftige, wie Kirche sein muss, die Menschen mit einschließt und nicht ausschließt. Als Leitbild ist mir der Gedanke hängen geblieben, dass Volkskirche, Kirche für das Volk bedeutet. Darum das:

Wenn der christliche Glaube mit dem Zwang zur Selbstbestätigung bricht, wird die christliche Gemeinschaft auch mit dem “natürlichen” Grundsatz “Gleich und Gleich gesellt sich gern” brechen müssen. Grundsatz befreiter Humanität kann für sie nur das Prinzip der Anerkennung des Anderen in seiner Andersartigkeit, die Anerkennung des andersartigen Mensch als Mensch sein. (…) Darum ist christliche Gemeinschaft grundsätzlich offene Gemeinschaft und nicht eine Gemeinschaft nur der Glaubensgenossen.

Umgebe ich mich mit Menschen die mir gleich sind, finde ich in meiner Lebensweise und Weltsicht Anerkennung und Bestätigung. Aufbruch zu den Menschen heißt in Vielem Ausbruch aus dem mir vertrauten Milieu in mir fremde Kulturen. Das bedeutet soziale und kulturelle Sicherheit zu verlassen, den Code des Gegenüber nicht mehr richtig entziffern können und/oder sich von liebgewordenen Gewohnheiten zu verabschieden.

Es ist sicher nicht übertrieben uns Christen einen ängstlichen Umgang mit dem Thema zu zuschreiben. Die Reaktionen sind oft unbeholfen, abenteuerlich und unverständlich. Von “Abschottung von” bis “Anbiederung an” ist alles zu finden. Nur die ausgewogenen Konzepte sind schwer zu finden.

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