Prärogative
Vor ca. zwei Jahren habe ich Jürgen Moltmann als Lektüre empfohlen bekommen. Weil mir die Zeit und die Lust fehlte mich durch so ein Buch zu kauen, habe ich es als Klolektüre outgesourced. Nun findet man doch hin und wieder ein paar Minuten der Ruhe. Hierbei habe ich dies entdeckt:
Die Freiheit des gerechtfertigenden Glaubens ist eine persönliche Realität, hat aber auch eine soziale Seite. Denn wer gerechtfertigt ist und sich nicht mehr durch rassische, geschlechtliche oder andere Prärogative bestätigen muß, ist frei zur Anerkennung des anderen Menschen in seiner Menschenwürde und seinem Menschenrecht.
Jürgen Moltmann. Kirche in der Kraft des Geistes.
Ich finde solche Sätze ziemlich stark und sie bringen mich immer wieder ins nachdenken über meinen persönlichen Glauben. Wie sieht das bei mir aus? – Unbestritten lebe ich die persönliche Realität des Glaubens, lebe ich denn auch die Soziale? Hat der Glaube in mir Prärogative schmelzen lassen oder nehme ich mir bestimmte Vorrechte raus? Bin ich frei den Menschen Würde und Recht zu zusprechen? Und wie macht man das?
In der Theorie sind wir Christen bestimmt bereit die soziale Realität des Glaubens anzuerkennen. Aber überlegt mal: Mit wem würdet ihr Verträge abschließen, Essen gehen, eure Freizeit verbringen. Wer darf zu eurem engeren Freundeskreis gehören und an welchen Punkten bist Du etwas besseres? Da nehmen wir uns viele Vorrechte raus – wir leben sehr ausschließend.
Soweit erstmal. Hat mich beschäftigt.
am 6. Juni 2008 um 09:41 Uhr.
Aha, jetzt hab ichs. Also wie in dem alten Zeltlagerschlager “Besser sind wir nicht, aber besser sind wir dran”.