arbeitsfluß
Damit wieder mehr Klarheit ins Dunkel kehrt und anderen User eine bessere Google-Suche zu bieten, versuche ich hier mal den Workflow bei Problemen mit dem Promise-RAID-Controller FastTrack SX4000 in Worte zu fassen. Das Problem: Ich habe mein Rechner auseinandergebaut, um ihm ein neues, leises, schönes, kühles Gehäuse zu spendieren. Nach getaner Arbeit (Ich kann dem Steck-Prinzip nicht viel abgewinnen und bevorzuge doch lieber Schrauben.) will ich Windows booten und bekomme schon im Bootscreen des RAID-Controllers die “Critical Status”-Meldung. Eine Platte ist ausgefallen. Na super. Aber ein Glück ist es ja ein RAID-5 und kann sich rebuilden. So weit so gut. In Windows habe ich das Array Managment aufgerufen und bekomme schon die Meldung, das die Platte rebuildet wird. Ich rufe aber doch noch den Spezialisten an und hole eine zweite Meinung ein. “Versuch doch mal die Platten in eine andere Reihenfolge zu stecken. Vielleicht spart das das Rebuilden.” Gesagt, getan. Doch plötzlich bootet nichts mehr und das Array ist offline. Panik macht sich breit. Die Aussagen des RAID-Bios beruhigen nicht wirklich, eine Platte im Rebuild-Mode und eine Platte ist als free gekennzeichnet. Weitere Versuche die Reihenfolge zu ändern, scheitern.
Also wieder den Spezialisten kontaktiert und um Rat gefragt. Termin für Sonntag nachmittag verabredet und noch bis 01.30 Uhr gegoogelt. Sonntag nachmittag trifft der Spezialist mit einer SATA-Platte ein und folgender Plan wird verabredet. Windows wird auf der Extra-Platte installiert und von dort aus soll versucht werden im Array-Managment nach Fehlern zu suchen. Ernüchterndes Ergebnis das Array kann nicht ohne weiteres wieder aufgebaut werden, da der Controller aus unerfindlichen Gründen eine der 4 Platten aus dem Verbund geschmissen hat und sie sich nicht ohne weiteres wieder einbinden lässt. Es werden Sicherheitsbedenken abgewägt und es wird beschlossen, die Platten erstmal mit den anscheinend noch vorhandenen Rohdaten zu sichern, um später wieder zu dem jetzigen Zeitpunkt zurückkehren zu können. (Die spärlichen Google-Ergebnisse schlugen vor das Array aufzulösen und es neu zu definieren ohne es zu initialisieren und dann mit einem Datenrettungstool, die Daten zu holen. Erscheint uns zu unsicher, da meine Fotosammlung gerettet werden muss, welche natürlich nicht komplett gebackuped ist, sondern eher rudimentär auf CD`s vorhanden ist.) Natürlich gibt es kein geeignetes Tool um eine unpartionierte Platte unter Windows mit Ihren Rohdaten zu backupen. Also Platten an den IDE-Kanal gehängt. Ein Glück noch eine CD der Zeitschrift c`t gefunden und Knoppix gebootet. Linux kann das geforderte (natürlich!) mit Bordmitteln (Ein Hoch auf dd) verwirklichen. Leider wird erst beim Imagen und zippen der ersten Platte festgestellt, das kein Conductor80-Kabel angeschlossen ist, sondern ein 40er. Schreibrate bei 2,9 MB/s und der Vorgang dauert knappe 12 Stunden. Montag morgen habe ich mittlerweile ein 80er-Kabel rausgekramt und die nächsten beiden Platten werden gebackuped und bei einer Schreibrate von 6.5 MB/s dauert es nur noch etwas mehr als 5 Stunden pro Platte. Allerdings reicht der Backup-Platz auf der Extra-SATA-Platte nicht, um noch die 4. und letzte Platte zu sichern.
Der Plan für die nächsten Tage: Dienstag abend wird die nächste SATA-Platte vom Spezialisten geliefert, um dann die 4. Platte zu sichern. Mittwoch früh kommt es dann zum eigentlichen Showdown. Das Array wird aufgelöst und neu definiert. Wahrscheinlich geht dann alles und alle Daten sind wieder lesbar bzw. errettbar. Wenn nicht, bin ich glücklich alles wieder zurücksetzen zu können und muss mir einen Plan B ausdenken. (Könnt ja Tipps in den Comments hinterlassen.)
Wenn die Daten dann gerettet sind, werde ich die Gelegenheit nutzen, das Windows gleich mal wieder neu aufzusetzen. Allerdings verstehe ich immer noch nicht wie der der RAID-Treiber sich selbst außer Gefecht setzen konnte und mal eben so eine seiner Platten rausschmeißt. Das sollte doch eigentlich nicht passieren.
Naja, ich wünsche niemandem solch ein Super-GAU.
Nicht weiter dokumentiert wurden solche Dinge, wie die zahlreichen Telefonate mit dem Spezialisten (Vielen Dank für die Zeit.), Versuche Partionen auf den SATA-Platten zu ändern (Warum qtparted keine ntfs-partionen resized oder merged ist mir im noch ein Rätsel, zumal es Stimmen gibt, die behaupten, das wäre kein Problem.), datensicherheitsrelevante Diskussionen mit dem sozialen Umfeld und dem Spezialisten und ein weiterer Exkurs in die Linux-Welt (Ich werde langsam immer sicherer in der Kommandozeile und entdecke interessante Befehle und Möglichkeiten. Für einen Wechsel bin ich allerdings doch zu sehr Gamer und kein Bastler.).
Der Workflow wird weiter beobachtet und das Ergebnis wird hier auch weiter dokumentiert. Aufbauende Kommentare, Tipps und auch Stoßgebete für ein schnelles Ende nehme ich gerne entgegen.
Wir sind die Roboter
Wir sind auf Alles programmiert
Und was du willst wird ausgefuehrt
Kraftwerk – Roboter
am 22. April 2008 um 08:12 Uhr.
Schön!
am 22. April 2008 um 11:22 Uhr.
Wenn Laien basteln … die Unterstütung von NTFS unter Linux ist immer noch sehr, sagen wir mal “experimentell”. Und alle Sysadmins, die ich kenne, sagen, dass es kaum etwas dämlicheres als Hardware-RAID gibt. Viel zu fehleranfällig. Stand auch schon in der c’t. Entweder Linux-basiertes Software-RAID oder gar nicht, oder halt kotzen
Da das aber jetzt nicht so aufbauend war, werde ich mal noch für deine Platten beten.
am 22. April 2008 um 16:45 Uhr.
Ist wohl eher eine Glaubensfrage. Da ich aber kein Server damit betreibe und lieber von schnelleren Transferraten und meiner CPU profitieren möchte, habe ich halt ein Hardware-RAID (auf meinem Server läuft ein Software-RAID unter Linux, weil es mir da egal ist.). Schuld war ja hier auch nicht die Hardware sondern deren Software-Implementierung. (Mal ne kleine Korinthenkackerei.)
Als Laien würde ich mich auch nicht bezeichnen (im allgemeinen Sprachgebrauch jemand, der auf einem bestimmten Gebiet keine Fachkenntnisse hat.) Laut Wikipedia.de bin ich dann doch eher der Fachmann (Auch ein Wissensvorsprung gegenüber dem Durchschnitt kann einen Fachmann definieren.), obwohl ich nicht studiert habe.
P.S.: Linux hatte keinerlei Probleme mit NTFS, nur die Partionen ändern stellte sich als schwierig heraus. Ich kenne noch Zeiten, wo NTFS-Partitionen überhaupt nicht erkannt wurden.
Aber Danke für die Gebete. Ich werde mal weiter machen.
am 22. April 2008 um 17:49 Uhr.
De profundis clamavi ad te, Domine;
Domine, exaudi vocem meam.
Fiant aures tuae intendentes in vocem deprecationis meae
am 22. April 2008 um 17:59 Uhr.
Verzeih meine Arroganz. Das mit dem Laientum stimmt so natürlich nicht, da hast du Recht. Aber sind schnellere Transferraten denn wirklich so wichtig, wenn man eine Workstation hat? Bei datenbankintensiven Serveranwendungen sehe ich das ein, aber ob irgendwelche Bilder nun etwas schneller auf die Platte geschrieben werden …
am 22. April 2008 um 18:11 Uhr.
Deus Deus meus respice me; quare me dereliquisti longe a salute mea verba delictorum meorum Deus meus clamabo per diem et non exaudies et nocte et non ad insipientiam mihi
am 24. April 2008 um 07:59 Uhr.
Matthias rusticus est.
(Willste provozieren, oder wat?)