jugendwahn
Danke für diese Anregung. Nirvana – Nevermind ist wirklich ein Meilenstein. Ich besitze es ja erst seit einem halben Jahr, aber ich habe es früher in netten Runden gerne gehört. Früher fand ich Pearl Jam irgendwie geiler als Nirvana. (Vielleicht der Kommerz
oder der Stadt-Land-Faktor.) Ich glaube es ist auch immer noch so. Allerdings spielt dieser Pubertäts-Soundtrack-Faktor dabei eine erhebliche Rolle. Ich habe meine Pearl Jam-Sammlung komplett auf Vinyl (bis zur Yield-LP). Die Recken von Pearl Jam hatten damals einen Vinyl-Fimmel (ich auch) und releasten das Vinyl immer eine Woche vor Veröffentlichung. Damals war das Einkaufszentrum meiner Wahl besser sortiert und es gab noch einen richtigen Plattenladen, in dem man den halben Tag ablungern konnte und über Musik diskutieren konnte. Auch konnte man extravagante Aufgaben stellen und erhielt Antworten. Das war noch Musikberatung. Wer sich fragt, warum U2 nicht meine Pubertät begleitete, dem sei gesagt das ich erst seit 1993 Fan bin. (Meine erste U2-Platte war Zooropa. Und ich bin trotzdem noch Fan
.) Also eher in der späten Pubertät. Doch zurück zum Thema. Hier ist mein wichtigstes Grunge-Album (auch hier schon in der Special Edition mit Alive(Live), Wash und Dirty Frank) und einer treuer Begleiter meines jugendlichen Lebens:
1. Once
Dieser sanfte Anfang. Ein Traum. Langsam fadet ein Klangspiel der Instrumente ein, um dann in einem kraftvollen Song voller Druck zu enden.
You think I got my eyes closed
But I’m lookin’ at you the whole fuckin’ time…
2. Even Flow
Es geht gleich weiter. Diese traurig-aggressive Stimme von Eddie Vedder bringt den Schmerz der Pubertät wieder in meinen Körper. Die Gedanken schweifen ab und ich sollte meine Haare doch wieder länger tragen…
Even flow, thoughts arrive like butterflies
Oh, he don’t know, so he chases them away
Someday yet, he’ll begin his life again
Life again, life again…
3. Alive
Die zarte Gitarre läßt mich abtauchen in zahlreiche Parties der frühen Neunziger. Wie oft habe ich zu diesem Song die Haare geöffnet …
Is something wrong, she said
Well of course there is
You’re still alive, she said
Oh, and do I deserve to be
Is that the question
And if so…if so…who answers…who answers…
4. Why Go
Ein unglaublicher Anfang von Drums und Bass. Krass, wie konnte ich diesen Song vergessen.
why go home?
why go home?
why go home…
5. Black
Welch zärtlicher Song. Bei diesem Song frage ich mich, warum Eddie Vedder noch lebt. Aber ein schöner Vorlauf zum nächsten Song.
All the love gone bad turned my world to black
Tattooed all I see, all that I am, all I’ll be…
6. Jeremy
Ich erinnere mich an eines der wenigen MTV-Videos. Ein Junge, der das Leid nicht mehr erträgt und sich in seiner Klasse erschießt.
Daddy didn’t give attention
To the fact that mommy didn’t care
King Jeremy the wicked
Ruled his world
7. Oceans
Mann was für ein schöner Song. Ich schmelze dahin.
You don’t have to stray
The oceans away
Waves roll in my thoughts
Hold tight the ring…
The sea will rise…
Please stand by the shore…
I will be…
I will be…
There once more………
8. Porch
Nach der Depri-Mucke endlich wieder ein fester Griff Stone Gossard`s in die Saiten. Ein Glück. Wir leben noch.
daily minefield
this could be my time
how ’bout you?
would you hit me?
would you hit me?
9. Garden
Eine schön gezupfte Sozialkritik. Hier beginnt es: Eddie Vedder wird der Bono des Grunge. (Sind ja mittlerweile auch einige Male miteinander aufgetreten.)
I don’t question
our existence
I just question
our modern needs
I will walk…with my hands bound
I will walk…with my face blood
I will walk…with my shadow flag
into your garden
garden of stone
10. Deep
Endlich geht wieder die Post ab. Für mich der schwächste Song der Platte. Leider immer noch.
on the edge of a
christmas clean love
young virgin from heaven
visiting…
to the man above her
she just ain’t nothin’…
she doesn’t like the view
but he sinks himself deep.
11. Release
Ich sterbe. So geil. Diese tiefe Stimme. Unendliches Leid strömt mir entgegen. So viel Gefühl.
Oh dear dad
Can you see me now
I am myself
Like you somehow
I’ll wait up in the dark
For you to speak to me
I’ll open up
Release me
12. Alive (Live)
Auch live natürlich ein Traum.
13. Wash
Lange Zeit mein Lieblingssong von Pearl Jam. Lange nächtliche Ausfahrten mit dem Mountain Bike und einem Sechserträger im Rucksack. Hier ist der Soundtrack solcher Abende.
Sin for sale.
Buying just a need.
Just who planted all the devils seeds?
And what’s the truth?
And the truth that lies at home.
It’s on the inside and I can’t get it off.
Wash my love.
14. Dirty Frank
Der Kinderkochkurs. Irgendwie ekliger Song. Aber auch lustig. Beim ersten Hören dachte ich damals, das es wie die Peppers klingt.
I`ll lose weight.
I`ll be safe.
Where’s Mike McCready?
My god he’s been ate!
Eine persönliche Bitte an Herman: Setze bitte diese Party-Idee um. Ich will meine Jugend zurück. Noch einmal.
am 12. Februar 2008 um 12:57 Uhr.
Mann danke!
Spätestens am Wochenende nehme ich mir Zeit, setze mich mit einem Bier auf die Couch, schmeiße meinen neuen Receiver an und werde TEN zelebrieren!
Während ich so den Artikel las, konnte ich jeden Satz nachfühlen und eine Sehnsucht wachsen spüren, die lange vergraben war. Wieso habe ich dieses Album solange nicht gehört?
Und dann mein Name am Ende des Artikels – das ist das Zeichen, ich bin persönlich angesprochen
Zur Party-Idee: Lass Dir Deine Haare lang wachsen, ich nehm 15 Kilo ab und wir schmeißen Silvester 2009/2010 die DJ Revival Party, genau 20 Jahre nach meiner ersten Gemeindeparty mit damals 2 Plattenspielern, Tapedeck, Mischpult und ich glaube sogar einem CD-Player (für den es kaum CDs gab)