Gähnende Freude
Gibt es einen Unterschied zwischen Gott und der Firma Benetton? Das war die Frage, die mich zum Kauf des Buches: “Wenn die Postmoderne zweimal klingelt. Variationen ohne Thema. Von Gilbert Adair”, verführt hat. Gut, ich gebe zu ich habe nun nicht die Unsumme ausgegeben, eher kleines Geld, genau 79 Euro-Cent in der Grabbelkiste letzten Herbst bei einer Buchhandlung. Gell Berge, da bist du arm geworden. Kleinvieh macht auch Mist. Also das Buch ist gekauft, ich muss lesen.
Es geht schon richtig schlecht los. Irgendetwas über die Postmoderne und Kultur, bin ich mal nicht durchgestiegen. Das Buch wurde von mir weg gelegt und nun wieder entdeckt. Ich habe den ersten Aufsatz einfach übersprungen und habe ehrliche Kleinode der Literatur gefunden. Wer entdecken möchte, das Gott und Benetton das selbe Produkt verkaufen, nämlich die Universalität und das Benetton ebenso unergründlich ist wie der Herr, der ist hier gut aufgehoben. Amüsiert haben mich seine Bekenntnisse:
“Ich beginne diesen Aufsatz mit zwei scheußlichen Worten: Ich rauche. Ich bin Raucher. Ich ziehe eine giftige Substanz in die Lunge hinunter und stoße sie durch die Nasenlöcher wieder aus. Ich bin das, was man einen Süchtigen nennt.”
Ich will jetzt mal aufhören zu schwärmen. Lohnt auch nicht wirklich. Denn, dass will ich mal beim Namen nennen. Eigentlich hat das Skriptum viele Längen. Es ist geradezu langweilig. Öde. Gähn. Nur hin und wieder ein kleiner Satz, ein kurzer Abschnitt, der in seinem Fazit mich auferweckt:
“Der Tod der Titanic ist das, was sie gerade am Leben erhalten hat, was verhindert hat, dass sie ins Nichts versank. Denn sie ging auf ihrer unvollendeten Jungfernfahrt gar nicht unter. Sie stieg auf. Sie fuhr geradewegs zu Himmel hoch, wie dies alle Jungfrauen tun.”
am 28. Januar 2008 um 09:53 Uhr.
[...] die Postmoderne zweimal klingelt. Gilbert Adair. Variationen ohne Thema. (Siehe Rezension [...]