Vom anderen Ufer

Weihnachten 2007 ist so gut wie vorbei. Was hat es gebracht? – Bei mir viele ruhige Stunden mit der Familie (Kernfamilie) und Zeit zum lesen. Die Achse der Literatur reichte von der Tageszeitung über Kinderbücher bis hin zu theologischen Kram (War es an diesem Punkt die Achse des Bösen?).

Im persönlichen Fokus stand für mich das Nachdenken über die Bergrede von Jesus und das dicke Erkennen, dass ich sehr weit von dem entfernt lebe, was Jesus dort sehr revolutionär gepredigt hat. Liebe, Friede, Gerechtigkeit, durchaus Begriffe die zur Weihnacht bedeutungsschwanger werden, stehen dort klagen mich an, stellen mich infrage und warten auf Interpretation oder noch besser auf die konkrete Handlung. Zitat: “… ich möchte gern ein Schiff besteigen, welches der ganzen Menschheit den Weg zum anderen Ufer zeigt.” – Hier möchte ich unterbrechen, um den kritisch geneigten Leser mitzuteilen, dass mit dem anderen Ufer keine sexuelle Orientierung gemeint ist. Weiter geht’s. – “Dieses ist noch nicht entdeckt. Es ist das Reich des Friedens, der Gerechtigkeit und der völligen Liebe. Deshalb sind Menschen nötig, die es wagen, das andere Ufer zu entdecken und so zu leben, wie es dem anderen Ufer entspricht, also ganz auf das andere Ufer zusteuern.” Der Autor Eberhard Arnold spricht hier von Gottes neuer Welt. Quasi von einem Sonnenaufgang der Herrlichkeit Gottes in unserer von Unfriede, Ungerechtigkeit und Unliebe geplagter Welt. Bin ich bereit diesem Aufruf, der von jüngeren Autoren wieder aufgegriffen wird, zu folgen. Radikal Liebe, Friede und Gerechtigkeit zu leben. Bin ich bereit mich den Problemen dieser Welt mit einer Art religiösem Sozialismus zu stellen. Sind die Worte von Jesus in diesem Sinne direkte Handlungsanweisungen? Und wenn ja, warum tun wir nicht was da steht? Für mich steht fest: Ich muss mich mal dahinter klemmen und tiefer drüber nachdenken.

Just look at all those hungry mouths we have to feed
Take a look at all the suffering we breed.
So many lonely faces scattered all around,
searching for what they need.

If there’s a god in the sky
looking down what can he think of
what we’ve done,
to the world that he created?

Queen

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