Da habe ich Ihn nun. Meinen ersten Mac. Ich bin in den erlauchten Kreis der Jünger eingestiegen. Natürlich nix Neues. Ein geerbtes Powerbook G4 im 12’ er Format. Klein, etwas zerkratzt und zerbeult, aber vom Format genau das, was ich immer für den Rucksack wollte. Leider ist der Akku nach 4 Tagen von 4% Restkapazität auf 0% gefallen und somit für Tod zu erklären und das optische Laufwerk frisst CDs und spuckt sie auch wieder aus. Allerdings weiß es nichts mit der Ware anzufangen.
Also begann Tag1 mit der Recherche nach einem brauchbaren Akku – und auch Akkupreise scheinen sich normalisiert zu haben: 70€ für den Akku aus einem Laden in Berlin oder umgerechnet 35€ für einen von meinen Freunden aus Hongkong von deal-extreme.com mit etwas längerer Wartezeit. Bin noch unentschieden.
Also ging es mal weiter ans Aufräumen, der Vorbesitzer wusste nicht genau wie er sich vom System kratzt. Also seinem Account die Admin-Rechte genommen und gelöscht. Erste Aufgabe erfüllt. Dann habe ich mit einem USB-Laufwerk versucht eine Neuinstallation zu vollführen. Leider erkannte es zwar das Laufwerk im normalen Betrieb, aber Booten war nicht drin. Dann erstmal mit den ganzen schönen Office bzw. Kalender-Programmen gespielt. Aber auch diese sind, wie auch unter Windows, nicht für Schichtdienstler gebaut worden. Naja egal. Insgeheim liebe ich ja Copy&Paste, was ja ein Glück mit ähnlichen Tastenkürzeln funktioniert. (An das @ werde ich mich trotzdem nicht gewöhnen, obwohl von einem meiner Lehrer angemerkt wurde, das es von Vorteil sei beide Layouts zu können
.) Abschließend mal noch die mitgelieferten Programme gestartet und angeschaut. Ist ja wirklich alles Easy-to-use , aber manchmal fehlt mir doch das Gefummel oder ein versteckter Button, der noch gedrückt werden darf.
An Tag 2 wollte ich mich einem Druckerdienst widmen, dessen Treiber immer noch nicht begriffen hatte, das ich ihn weder starten noch installieren will. Ich habe einfach keine Lust nach einem Reboot diesen Vorgang des Abbrechens mit Fehlerameldung durchzuführen. Ich kenne Leute, die leben mit so was dauerhaft. Unfassbar. Also erstmal die ganze Printer-Parade gelöscht. Und endlich war Ruhe. (Für Rückfragen: Der Dienst war nicht unter Startobjekte aufgeführt und auch das Häkchen wegmachen half nicht.) Dann dachte ich mir, ich schau mir mal die Konsole näher an. Und was muss mein müdes Nachtdienst-Auge erblicken. Eine Fehlermeldung nach der anderen und alles ausgelöst, weil irgendwie das Sch…-Printer-Programm gestartet werden sollte, alle 10sec aufs Neue. In der Aktivitätsanzeige war natürlich nix zu finden. Also mal scharf nachdenken. Irgendwie hat ich beim Durchschauen doch was gefunden … ach hier war doch ein Terminal. Im Kopf noch die verteilt liegenden Unix/Linux-Kenntnisse zusammengekratzt und versucht etwas Brauchbares zusammenzufrickeln, das mir Infos gab, welche ich brauchte und siehe da – es scheint irgendwie was im Launchdemon noch zu laufen. Also schnell dahin und schnell was rumgelöscht. Reboot und es war geschafft. Endlich mal ne Herausforderung geknackt. Von AppleMail war ich nicht so begeistert und habe mir dann doch Thunderbird raufgemacht und sogar der Import vom Windows-Rechner lief super. Netzwerk und Ordnerfreigabe war wirklich easy – war das nicht schwerer früher? Noch twirhl zum twittern drauf geschmissen und fertig war der Tag.
Irgendwie wollte Safari an Tag3 irgendwie nicht so wen er auf YouTube traf, bei 768MB RAM aber auch irgendwie kein Wunder. Also schnell mal Ressourcen sparen und anderen Browser versuchen. Der schlanke Chrome will nicht mit Power-PCs, der steht nur auf die schnieken Intel-Schicksen. Also doch wieder mal Firefox und alles ist supi. Ist zwar manchmal noch ruckelig, aber er lädt immerhin mal was. Dann habe ich mich schon mal mit der Hardware insofern näher vertraut gemacht, in dem ich eine detailierte Anleitung zum Auseinanderbau des G4 gefunden habe, um das optische Laufwerk tauschen zu können. (Es ist einfach gut alte Hardware rumliegen zu haben und so ein Sammler hat noch ein G3 rumzuliegen mit funktionierendem CD-Laufwerk.) Nach Analyse der Anleitung, wird das ziemlich lustig – mal sehen.
Tag 4 bis 7 ist ganz normaler Office-/Social-Media-Nutzung vorbehalten. (Und etwas Chess.)
Und es fühlt sich relativ normal an, so ein Ding zu benutzen. Wenn er einen neuen Akku hat, ist es genau das was ich haben wollte. Was Kleines, was man mal schnell mitnimmt. Natürlich gibt es Fragen, die sich mir immer noch nicht erschlossen haben. Warum z.B. sollte ich jetzt noch eine Apple-Mouse kaufen? Funktioniert doch bestens mit der stinknormalen.
Ansonsten komme ich mit beiden Systemen bis jetzt gut zurecht und ich sehe keinen Grund mein Windows-System zu verbannen. (Dafür spiele ich auch zu gerne mal.)